Streiten will gelernt sein

Machtkämpfe – irgendwann kommen sie. Niemand bleibt so flexibel wie in der Anfangsphase, als man für den anderen noch bereit war, nahezu alles aufzugeben. Vielleicht brechen die Gene wieder durch (s. Phase 2 – Festigen – Kampf den Genen) und die Frau will ihren Ritter domestizieren oder der Mann seine Prinzessin in den Elfenbeinturm sperren oder beide werden wieder empfänglich für Fremdbestätigung oder beide sind im Grunde dominant und möchten bestimmen wo’s lang geht, wann und wohin in Urlaub usw.Oder es gibt unterschiedliche Vorstellungen von Ordnung oder oder oder. Es gibt so viele Gründe für Streitereien und Machtkämpfe wie es Persönlichkeiten und Lebenssituationen gibt, für alle eine Patentlösung zu haben, ist schlicht unmöglich. Sie müssen sein, und auch ausgetragen werden, je weniger, umso besser, und wenn, dann ohne die letzte Verbissenheit, immer im Wissen, dass sich unser Instinkt bei der Partnerwahl sicher nicht getäuscht hat, der oder die andere sicher besser zu uns passt als die allermeisten sonst und er oder sie es vor allem nicht grundsätzlich böse mit uns meinen. Ist diese Grundsicherheit, dieses Urvertrauen da, wie bei den eigenen Eltern, mit denen wir auch folgenlos streiten konnten, dann ist vieles gewonnen. Dann lassen sich diese Scharmützel austragen wie bei Kindern, die sich um Murmeln streiten: Du bekommst zwei und ich bekomme zwei…

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