Wir tragen alle noch die Steinzeit in uns

Seit hunderttausenden von Jahren sind Männer biologisch darauf programmiert, ihre Erbanlagen weiterzugeben. Das können sie theoretisch Tausende von Malen. Frauen sind auf dasselbe programmiert, mit dem Unterschied, dass sie höchstens um die 10 bis 12 mal Kinder bekommen können. Frauen brauchten die Männer als Beschützer und Versorger. Auch wenn das heute nicht mehr so ist, bleibt es so in uns angelegt. Das führt zu einem tragischen Paradoxon: Entwicklungsgeschichtlich bedingt suchen sich Frauen zur Fortpflanzung den besten, stärksten, gesündesten Mann, den Leitwolf, das Alpha-Männchen. Zur Aufzucht allerdings müssen sie ihn domestizieren, mit einem, der gleich wieder weiter zieht, ist ihnen nicht geholfen, er soll sie und ihr Kind ja ein paar Jahre zumindest unterstützen und versorgen. Sexuell attraktiv ist der “Alpha”, notwendig, aber dafür nicht mehr sexuell attraktiv ist der “Beta”-Mann. Wer kennt sie nicht, die Strickpullover-Väter mit dem verzweifelten, leeren Blick und dem schreienden Kind im Umhängetuch, von der Mutter gescheucht, gemaßregelt und kaum mehr geachtet. So werden Prinzen zu Bettlern und Partnerschaften zu Knechtschaften.

Tipp für den Mann: Vergiss nie ganz den Mann in dir. Lass ihn raus. Natürlich nicht gleich “ihn” rausholen und fremdgehen, aber bestimme mal wieder, wo’s lang geht, hau mal “mit der Faust auf den Tisch”, auch, wenn das manchmal nicht sozialkompatibel erscheint.

Tipp für die Frau: Sieh deinen Mann immer auch etwas so, wie du ihn am Anfang gesehen hast. Lass ihm Freiheiten. Ermunter ihn dazu. Mit einem, der bei dir sein WILL ist dir mehr gedient als mit einem, der bei dir sein MUSS.

Trost für beide: Zum Glück gibt es die Kraft der Liebe. Die ist stärker als die bio-pragmatischen Gene. Mit ihren Augen bleibt der Mann der Ritter und die Frau die Königin. Auch noch im Alter und lange nach der fortpflanzungsrelevanten Zeit.

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